Schaukeln kennt kein Alter

November 18, 2009 at 10:36 am (Aktuelles) (, , , )

Bewegungspark für Senioren und Seniorinnen

Das kann doch wohl nicht wahr sein! Ab 8.00 Uhr und auch schon eher sind die Spielplätze besucht. Die Vorfreude, wenn Frau Seniorin und Herr Senior heimlich auf dem Spielplatz schaukeln wollen, endet immer wieder in einer Enttäuschung. Denn ‚mal eine Mutter, ‚mal ein Vater, oder  vielleicht  eine Sitter_in mit Kind sind auch anzutreffen. Natürlich sind da noch Schaukelplätze frei. Aber erblicken ihre Augen Kinder, denken sie sofort an das große Fettgedruckte „Kinderspielplatz“ und suchen das Weite. Wo lässt sich eine Alternative finden?

Jung und Alt haben gleichermaßen Freude beim Spielen. Langsam kommt das auch in Deutschland an.

In Deutschland gibt es einzelne Spielplätze für Senior_innen. Der Nächste wäre in Lengerich ( NRW), der sogenannte Generationspark, der seit dem 26. August 2007 existiert. Die Marketing Offensive Lengerich gab den Impuls und private Mittel finanzierten das Vorhaben. Auch die Stadt Nürnberg in Bayern eröffnete im November 2006 die „Nürnberger Spielanlage“. Eine städtische Senior_innen-Umfrage ergab ein 90 % Interesse an Aktivangeboten in der Nähe. Und tatsächlich stellte die Stadt eine Landfläche mit Schatten spendenden Bäumen für sportliche Aktivitäten, ausgestattet mit Trainingsgeräten und sanitären Anlagen, bereit. Nachdem der Generationspark eine gute Resonanz zeigte, eröffnete Nürnberg im Mai 2007 eine weitere Anlage, den Aktionsparcours. Sein Platz, direkt beim Senior_innenzentrum, bietet ein Riesenschachfeld, eine Bocciabahn und weitere Fitnessgeräte.
Der Seniorenspielplatz Schöningen (Niedersachsen), mit einer Außenkegelbahn, einer Dartscheibe und einem Schachspiel, wurde 1999 durch den lokalen Seniorenbeirat initiiert.
In Berlin gibt es seit Mai 2007 den Preußenpark, der erste Senior_innenspielplatz in Berlin, der privat finanziert wurde. Im Landkreis Meißen finden sie die Jung &Alt Spielplätze.
Neben dem riesigen Spaß haben Spielplätze auch einen hohen gesundheitlichen Effekt. Bei der Bewegung wird u. a. die Feinmotorik trainiert, der Körper wird gekräftigt, die Muskulatur  aufgebaut und gestärkt und die Sinneswahrnehmung  gefördert.

Super! Da wäre für jede und jeden etwas zu finden.

Fit im Alter, so soll es sein! Die Planung, Spielplätze für Senior_innen zu bauen, geht langsam weiter und weitet sich aus. Die Ideen sind vielfältig. Die Bezeichnung ist noch unklar, von z. B. Trimm-Dich-Pfaden wie in den 1970ern, öffentlichen Parks, Begegnungsorten für Jung und Alt, Mehrgenerationenplätzen und Bewegungsplätzen ist die Rede.

Frau Seniorin und Herr Senior reisen auch ins europäische Ausland, um ihrem Hobby nachzugehen. Bevorzugte Länder sind Finnland, die Niederlande und Spanien. Denn dort gibt es bereits Senioren-Spielplätze. Haben Sie Glück, erwischen Sie ein 29 Euro Ticket Flug nach Madrid, denn dort sind die Spielgeräte knallbunt und glänzen zwischen den Olivenbäumen.
In Finnland teilen sich Kinder und Senior_innen die Spielplätze, es wird geturnt und geschaukelt, denn Gleichgewichts- und Koordinierungsübungen sind für jeden gut.

Wir sind in Münster, es gibt  keinen Senior_innenspielplatz vor Ort. Doch seit am 22. Juni 08 die offizielle Eröffnung der Grün- und Spielanlage „Grüner Finger“ in Gievenbeck gefeiert wurde, finden wir hier das erste Mehr-Generationsgerät: „Den Beintrainer“.Ein Gerät zur Kräftigung, Beweglichkeit, Koordination, Förderung des Gleichgewichts, benutzbar für alle ab einer Größe von 1,50 m. Dieses Gerät hat schon von sich Reden gemacht. Dank der Senior_innenvertretung in Münster steht das erste Mehrgenerationengerät. Frau Hitze vom Senior_innenbeirats freut sich darüber.
Frau Seniorin und Herr Senior sind nun auch unterwegs in Münster.
Dank der aktiven Senior_innenvertretung in Münster hoffen die Generationen auf Vervollständigung.

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FrauenLesben-Treffen in Münster

November 18, 2009 at 9:14 am (FrauenLesbenPlenum Muenster) (, , , )

Kommt zahlreich

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Als Kunde bezeichnet, als Bettler behandelt

November 17, 2009 at 5:55 pm (Hartz IV) (, , , , , , , , )

Erfahrungen aus der HARTZ IV-Welt, ISBN 978-3-89965-386-1, EUR 10.80

BUCHTIPP

Kurztext des Verlages: Hartz IV brachte den so genannten aktivierenden Staat. Und der bringt eine schrittweise Systemveränderung: weg von sozialstaatlichen Prinzipien und vorsorgender Arbeitsmarktpolitik.

„Da gehe ich alleine nicht mehr hin…“ – „Ich sitze in meiner kalten Wohnung, weil ich Heizung sparen muss…“ – „Ich kann gut mit Geld umgehen, denn ich habe nur sehr wenig davon.“ Diese Aussagen bringen zur Sprache, was alle Verantwortlichen hätten wissen können. Von Hartz IV kann man nicht leben. Berater und Beraterinnen des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau geben den Menschen eine Stimme, die von Hartz IV leben müssen.

Die Beiträge in diesem Buch rücken die Perspektive der Erwerbslosen in den Mittelpunkt. Sie nehmen deren Sicht der Dinge ernst und zeigen, was der Slogan „Fordern und Fördern“ wirklich bedeutet. Die Berichte alltäglicher Entwürdigung geben einen Einblick in die Lebenswelt und belegen: Die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze sind ziemlich missraten, denn sie drücken erwerbslose Menschen in Armut und stellen sie unter Druck und Sanktionen. Die vielen Alltagsprobleme und die anschwellende Rechtsprechung sind nur Ausdruck einer Zermürbungstaktik und systematischen Entrechtung.

Das alles ist nicht zwingend, sondern kann und muss in eine andere Richtung gelenkt werden. Doch dies ist nur in Zusammenarbeit mit allen Betroffenen möglich. Und deshalb ist es so wichtig, ihnen eine Möglichkeit zu geben, sich zu äußern, und sie zu hören.

Die Herausgeber:
Wolfgang Gern, Vorsitzender des Vorstandes des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz.
Franz Segbers, Referatsleitung Arbeit, Ethik und Sozialpolitik im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, apl. Professor für Sozialethik an der Philipps-Universität Marburg.

(Quelle: VSA – Verlag Hamburg)

Erschienen im VSA – Verlag Hamburg

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