Rentenanwartschaften von Langzeiterwerbslosen

Februar 16, 2010 at 2:56 pm (Hartz IV) (, , , , , , )

Altersarmut vorprogrammiert!

Mitte der 90er-Jahre wurden für Langzeiterwerbslose noch weit über 200 Euro im Monat in die Rentenkasse eingezahlt.

Unter Rot-Grün war es vor zehn Jahren noch knapp die Hälfte.

Mit der Einführung des unsäglichen Hartz-IV-Gesetzes vor fünf Jahren sank der Rentenbeitrag für Langzeiterwerbslose auf monatlich 78 Euro.

Im gleichen Maße sinken natürlich die Rentenansprüche der Betroffenen!

Altersarmut? Nein Danke!

Doch damit nicht genug:

Um weitere 2 Milliarden Euro auf dem Rücken der Langzeitarbeitslosen einzusparen, hat die Große Koalition den Beitrag zur Rentenversicherung nochmals fast halbiert, von 78 Euro auf nur noch 40 Euro pro Monat.

Das sind sage und schreibe 80 Prozent weniger als vor 15 Jahren.

Das bedeutet:

Die Rentenanwartschaften von Langzeiterwerbslosen, die für ein Jahr Hartz-IV beziehen, gibt es für die Betroffenen etwas mehr als 2 Euro Rente.

„2 Euro“!

Damit brauchten Langzeiterwerbslose mehr als 300 Jahre für eine Rente auf Hartz-IV-Niveau.

Das ist Altersarmut per Gesetz. Das ist Sozialraub. Das ist völlig inakzeptabel, und das muss ganz dringend wieder geändert werden.

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Als Kunde bezeichnet, als Bettler behandelt

November 17, 2009 at 5:55 pm (Hartz IV) (, , , , , , , , )

Erfahrungen aus der HARTZ IV-Welt, ISBN 978-3-89965-386-1, EUR 10.80

BUCHTIPP

Kurztext des Verlages: Hartz IV brachte den so genannten aktivierenden Staat. Und der bringt eine schrittweise Systemveränderung: weg von sozialstaatlichen Prinzipien und vorsorgender Arbeitsmarktpolitik.

„Da gehe ich alleine nicht mehr hin…“ – „Ich sitze in meiner kalten Wohnung, weil ich Heizung sparen muss…“ – „Ich kann gut mit Geld umgehen, denn ich habe nur sehr wenig davon.“ Diese Aussagen bringen zur Sprache, was alle Verantwortlichen hätten wissen können. Von Hartz IV kann man nicht leben. Berater und Beraterinnen des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau geben den Menschen eine Stimme, die von Hartz IV leben müssen.

Die Beiträge in diesem Buch rücken die Perspektive der Erwerbslosen in den Mittelpunkt. Sie nehmen deren Sicht der Dinge ernst und zeigen, was der Slogan „Fordern und Fördern“ wirklich bedeutet. Die Berichte alltäglicher Entwürdigung geben einen Einblick in die Lebenswelt und belegen: Die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze sind ziemlich missraten, denn sie drücken erwerbslose Menschen in Armut und stellen sie unter Druck und Sanktionen. Die vielen Alltagsprobleme und die anschwellende Rechtsprechung sind nur Ausdruck einer Zermürbungstaktik und systematischen Entrechtung.

Das alles ist nicht zwingend, sondern kann und muss in eine andere Richtung gelenkt werden. Doch dies ist nur in Zusammenarbeit mit allen Betroffenen möglich. Und deshalb ist es so wichtig, ihnen eine Möglichkeit zu geben, sich zu äußern, und sie zu hören.

Die Herausgeber:
Wolfgang Gern, Vorsitzender des Vorstandes des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz.
Franz Segbers, Referatsleitung Arbeit, Ethik und Sozialpolitik im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, apl. Professor für Sozialethik an der Philipps-Universität Marburg.

(Quelle: VSA – Verlag Hamburg)

Erschienen im VSA – Verlag Hamburg

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